Ein barrierefreies Bad kostet nicht pauschal eine Summe. Der Preis hängt davon ab, ob nur die Dusche ebenerdig werden soll oder ob das ganze Bad mit neuem Grundriss umgebaut wird. Diese Seite zeigt, woraus sich die Kosten zusammensetzen, welche Spannen realistisch sind und wie stark die Förderung den Eigenanteil senkt. Eine Übersicht über das Thema gibt es auf unserer Seite barrierefreies Bad und altersgerechter Badumbau.
Wovon der Preis abhängt
Bevor es um Zahlen geht, lohnt der Blick auf die Faktoren. Sie erklären, warum zwei Bäder bei gleicher Größe ganz unterschiedlich teuer werden können.
- Umfang: Eine einzelne bodengleiche Dusche ist günstiger als ein Komplettumbau mit neuer Wand, neuem WC und neuem Waschtisch.
- Größe des Bads: Mehr Quadratmeter bedeuten mehr Fliesen, mehr Arbeitszeit und oft mehr Material.
- Bausubstanz: Muss der Estrich aufgestemmt, der Abfluss versetzt oder eine Leitung neu verlegt werden, steigt der Aufwand spürbar.
- Material und Ausstattung: Fliesen, Armaturen und Sanitärobjekte gibt es in jeder Preisklasse. Hier liegt viel Spielraum nach oben und nach unten.
- Teil- oder Komplettumbau: Bleibt der Grundriss erhalten, ist die Maßnahme deutlich kleiner als bei einer Grundrissänderung mit versetzten Wänden.
Die Kostenspannen im Überblick
Die folgenden Werte sind Orientierungswerte aus belegten Quellen. Ihr konkreter Preis kann darunter oder darüber liegen, weil jedes Bad anders ist. Ein verbindlicher Preis entsteht erst nach einem Vor-Ort-Termin.
| Maßnahme | Grobe Kosten |
|---|---|
| Halte- und Stützgriffe | wenige Hundert Euro, meist unter 1.000 Euro |
| Bodengleiche Dusche | circa 5.000 Euro |
| Badewanne zur Dusche umbauen | rund 4.000 bis 6.000 Euro |
| Kompletter Badumbau, etwa 7 m² | rund 10.000 Euro, nach oben offen |
Die Werte für Dusche und Komplettumbau stammen von pflege.de. Der ADAC ordnet einen rollstuhlgerechten Komplettumbau mit Grundrissänderung, neuen Fliesen, WC, Dusche, Keramik und Armaturen als fünfstelligen Betrag ein. Beides deckt sich: Kleine Anpassungen kosten wenig, ein vollständiger Umbau bewegt sich im fünfstelligen Bereich.
Teilumbau oder Komplettumbau
Viele Haushalte brauchen keinen kompletten Umbau. Wenn das Bad grundsätzlich in Ordnung ist und nur die Wanne zur Stolperfalle wird, reicht oft der Tausch der Badewanne gegen eine bodengleiche Dusche. Das ist der häufigste und gut planbare Schritt. Ein Komplettumbau lohnt sich vor allem dann, wenn das Bad ohnehin in die Jahre gekommen ist oder wenn ein Rollstuhl mehr Bewegungsfläche braucht. Wer früh plant, kann beides verbinden und eine anstehende Sanierung gleich barrierefrei umsetzen.
Bodengleiche Dusche: der häufigste Posten
Die bodengleiche Dusche ist das Herzstück fast jedes barrierefreien Bads. Sie hat keine Schwelle zum Stolpern und lässt sich mit Rollator oder Duschstuhl nutzen. Worauf es beim Einbau einer ebenerdigen Dusche ankommt, zeigt unsere eigene Seite dazu. Für die Förderung gelten klare technische Vorgaben: Die Absenkung darf höchstens 20 Millimeter betragen, und die freie Bewegungsfläche soll mindestens 0,90 mal 1,20 Meter groß sein. Für rollstuhlgerechte Bäder sieht die DIN 18040-2 größere Bewegungsflächen vor. Diese Maße sind wichtig, weil sie nicht nur den Komfort, sondern auch den Anspruch auf Förderung beeinflussen.
Wie die Förderung den Eigenanteil senkt
Hier liegt der größte Hebel auf die Kosten. Wer einen anerkannten Pflegegrad hat, bekommt von der Pflegekasse nach § 40 Absatz 4 SGB XI einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, etwa für den Umbau zur bodengleichen Dusche. Das ist ein echter Zuschuss, kein Darlehen. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt, ist der Betrag je Person möglich, zusammen bis zu 16.720 Euro.
Den KfW-Investitionszuschuss 455-B können Sie derzeit nicht mehr einplanen. Die KfW hat die Förderung gestoppt, weil die Mittel für Maßnahmen zur Barrierereduzierung ausgeschöpft sind. Ein Antrag wird erst wieder möglich, wenn der Bund im Jahr 2027 erneut Geld dafür bereitstellt, und das ist bisher nicht zugesagt. Bitte rechnen Sie deshalb nicht mit diesem Zuschuss (Stand: 04.08.2026).
Neben dem Zuschuss der Pflegekasse bleiben zwei Wege offen. Der KfW-Kredit 159 Altersgerecht Umbauen läuft weiter, bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Das ist ein Darlehen und kein Zuschuss, Sie zahlen es also zurück, und auch dieser Kredit steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel. Dazu kommt die Steuer: Nach Paragraf 35a EStG lassen sich 20 Prozent der Handwerker-Lohnkosten absetzen, höchstens 1.200 Euro im Jahr. Material zählt dabei nicht mit, und für bereits geförderte Beträge gilt die Ermäßigung ebenfalls nicht. Je nach Wohnort kann ein kommunales Programm dazukommen.
Wichtig bei Pflegekasse und KfW-Kredit: Der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt werden. Wer erst umbaut und dann fragt, geht leer aus. Wie sich diese Wege kombinieren lassen, steht ausführlich auf unserer Seite Förderung für den Badumbau. Welche Töpfe in Ihrem Fall greifen, zeigt in einer Minute der Badumbau-Förder-Check, kostenlos und ohne Kontaktdaten.
So bekommen Sie einen verlässlichen Preis
Online-Spannen geben eine erste Richtung, mehr nicht. Der tatsächliche Preis hängt an Ihrem Bad, an der Bausubstanz und an der gewünschten Ausstattung. Eine belastbare Zahl entsteht erst, wenn ein Fachbetrieb vor Ort den Zustand prüft und ein Angebot erstellt. Ob Ihre Stadt einen eigenen Zuschuss zusätzlich zur Pflegekasse zahlt, zeigt Badumbau-Kosten nach Stadt.
hausnah24 ist eine Vermittlungsplattform und keine Beratung. Wenn Sie konkrete Angebote für Ihren Badumbau möchten, können Sie kostenlos und unverbindlich anfragen. So erhalten Sie konkrete Preise für Ihr Bad, ohne sich zu binden.