Wer nicht selbst planen und schrauben möchte, wählt die schlüsselfertige Komplettanlage. Ein Fachbetrieb übernimmt dann das ganze Projekt: von der Planung über die Module und den Speicher bis zur Montage und Anmeldung. Diese Seite zeigt, was in einem solchen Paket steckt, was es ungefähr kostet, wo die Vor- und Nachteile gegenüber einzelnen Komponenten liegen und worauf Sie beim Angebot achten sollten. Einen Überblick über das ganze Thema gibt der Photovoltaik-Ratgeber.
Was in einer Komplettanlage steckt
Bei einer schlüsselfertigen Komplettanlage liefert und montiert der Fachbetrieb alles aus einer Hand. Ein typisches Paket enthält:
- Solarmodule und die Unterkonstruktion fürs Dach
- den Wechselrichter, der den Gleichstrom der Module in nutzbaren Wechselstrom umwandelt
- den Batteriespeicher, der den Tagstrom für den Abend zurücklegt
- die Montage auf dem Dach und den elektrischen Anschluss durch eine Fachkraft
- die Anmeldung im Marktstammdatenregister und beim Netzbetreiber
Sie bekommen einen Ansprechpartner, eine Rechnung und in der Regel eine Gewährleistung auf die Gesamtleistung. Wie die einzelnen Bausteine arbeiten, lesen Sie auf den Seiten zu Modulen, zum Wechselrichter und zum Stromspeicher.
Warum ein Speicher fast immer dazugehört
Der Speicher ist der Grund, warum viele die Anlage als Komplettpaket kaufen. Direkt verbraucht ein Haushalt ohne Speicher meist nur rund 30 Prozent des eigenen Solarstroms, der Rest geht günstig ins Netz. Ein Batteriespeicher hebt diesen Anteil typischerweise auf etwa 65 Prozent. Das lohnt sich, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde rund 37 Cent Netzstrom spart, während die Einspeisung nur 7,78 Cent bringt (Bundesnetzagentur, Stand Februar bis Juli 2026). Als grobe Orientierung für die Größe gelten bei einer 10-kWp-Anlage etwa 10 Kilowattstunden Speicher. Wie Sie die passende Größe bestimmen, steht auf der Seite Stromspeicher.
Was eine Komplettanlage mit Speicher kostet
Als grober Anker gilt: Eine schlüsselfertige Anlage kostet derzeit oft rund 1.400 Euro je Kilowatt, die Marktpreise schwanken aber spürbar. Eine Anlage mit 10 kWp liegt damit grob bei 14.000 Euro ohne Speicher. Kommt ein Speicher mit rund 10 Kilowattstunden hinzu (rund 700 Euro je Kilowattstunde), bewegt sich der Gesamtpreis je nach Ausstattung etwa zwischen 17.000 und 21.000 Euro.
Ein angenehmer Punkt: Für kleine Anlagen auf Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz, es fällt also keine Mehrwertsteuer an (Bundesfinanzministerium). Bei einer Bruttoleistung bis 30 kWp gilt das automatisch, und der Nullsteuersatz umfasst auch den Wechselrichter, den Speicher und die Montage. Die genannten Preise sind deshalb schon Endpreise. Wie sich die Kosten im Detail zusammensetzen und wann sich die Anlage rechnet, zeigt die Seite Photovoltaik-Kosten. Ihren eigenen Fall schätzen Sie mit dem Photovoltaik-Rechner ab.
Komplettanlage oder Einzelkomponenten?
Für die meisten Hausbesitzer ist die Komplettanlage der sinnvollere Weg. Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein Betrieb plant, liefert, montiert und meldet an. Sie haben einen Ansprechpartner, und wenn etwas nicht passt, ist klar, wer dafür geradesteht. Der Nachteil ist, dass Sie auf das Komponentenpaket des Anbieters angewiesen sind und ein gutes Angebot die einzelnen Posten nachvollziehbar aufschlüsseln sollte.
Der getrennte Kauf einzelner Komponenten lohnt sich eher für technisch versierte Menschen, die Teile der Arbeit selbst übernehmen können. Wer Module, Wechselrichter und Speicher getrennt einkauft, trägt aber die Verantwortung dafür, dass alles zusammenpasst, und hat im Schadensfall mehrere Ansprechpartner statt einem. Der elektrische Anschluss muss in jedem Fall durch eine eingetragene Elektrofachkraft erfolgen. Wege und Preise des Kaufs vergleicht die Seite Photovoltaik kaufen.
Worauf Sie beim Angebot achten sollten
Achten Sie auf ein schriftliches Festpreisangebot, das nicht nur den Preis nennt, sondern auch die verbaute Technik und die enthaltenen Leistungen nachvollziehbar aufschlüsselt. Wichtig sind ein eingetragener Fachbetrieb, klare Garantie- und Gewährleistungsangaben und eine vollständige Aufstellung aller Komponenten. Klären Sie vorab, wer die Anmeldung übernimmt: Jede Anlage muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister registriert werden, und der Netzbetreiber ist ebenfalls einzubinden. Seriöse Anbieter drängen nicht zu übereilten Unterschriften und legen offen, was im Preis enthalten ist. Eine Übersicht, wie Sie passende Betriebe finden, bietet die Seite zu den Anbietern.
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