Die Erdwärmepumpe gilt als die effizienteste Art, mit Umweltwärme zu heizen. Sie nutzt nicht die schwankende Außenluft, sondern die Wärme im Boden, die das ganze Jahr über erstaunlich konstant bleibt. Dafür ist sie in der Anschaffung aufwändiger, weil die Wärmequelle erst erschlossen werden muss. Wann sich dieser Aufwand lohnt, hängt vor allem von Ihrem Grundstück und Ihrem Zeithorizont ab.
Woher die Wärme kommt
Eine Erdwärmepumpe gehört zu den Sole-Wasser-Wärmepumpen. In einem geschlossenen Kreislauf nimmt eine Flüssigkeit, die Sole, die Wärme aus dem Erdreich auf und gibt sie an die Wärmepumpe ab. Wie der eigentliche Kreislauf dann arbeitet, erklärt die Seite Wie funktioniert eine Wärmepumpe.
Weil die Bodentemperatur ab einigen Metern Tiefe das ganze Jahr nahezu gleich bleibt, muss die Wärmepumpe seltener gegen klirrende Kälte anarbeiten als ein Luftgerät. Das zeigt sich in der Jahresarbeitszahl, kurz JAZ: Sole- und Wasser-Wärmepumpen erreichen laut co2online oft 5 und mehr, während Luft-Wasser-Geräte meist bei 3 bis 4 liegen. Eine höhere JAZ bedeutet weniger Strom für dieselbe Wärme.
Die Erschließung: Bohrung oder Kollektor
Es gibt zwei Wege, an die Erdwärme zu kommen.
- Erdsonde mit Tiefenbohrung. Eine oder mehrere Sonden werden senkrecht ins Erdreich gebohrt. Das braucht wenig Grundstücksfläche, ist aber die aufwändigere Variante und immer genehmigungspflichtig.
- Flächenkollektor. Rohre werden flächig in geringer Tiefe verlegt. Das ist oft günstiger, braucht dafür aber viel unbebaute Gartenfläche.
Beide Varianten müssen genehmigt werden, in der Regel über die untere Wasserbehörde. Ein erfahrener Fachbetrieb prüft vorab, ob Ihr Grundstück geeignet ist, und übernimmt die Anträge.
Kosten und Förderung
Als Richtwert kostet eine Erdwärme- bzw. Sole-Wasser-Wärmepumpe laut co2online rund 28.500 Euro inklusive Erschließung und Komponenten, vor Förderung. Damit liegt sie über der Luft-Wasser-Wärmepumpe mit rund 22.500 Euro, dafür sind die laufenden Kosten dank der höheren JAZ niedriger. Wie sich die Anschaffung zusammensetzt, zeigt die Seite Wärmepumpe Kosten.
Die Förderung ist stark. Über die KfW (Programm 458) sind als Selbstnutzer im Bestandsgebäude bis zu 70 Prozent Zuschuss möglich, höchstens 19.600 Euro, förderfähig sind Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit. Welche Boni für Sie greifen, hängt von Ihrer Situation ab, deshalb gilt: möglich, keine Garantie. Wie der Satz zustande kommt und wie der Antrag läuft, steht auf der Seite Förderung Wärmepumpe 2026. Wichtig bleibt die Reihenfolge: erst Antrag, dann Auftrag.
Vorteile und Grenzen
Für die Erdwärmepumpe sprechen die hohe Effizienz, die niedrigen Betriebskosten und der leise Betrieb, weil keine laute Außeneinheit nötig ist. Dagegen stehen die höhere Anschaffung, der Erschließungsaufwand und die Frage, ob Ihr Grundstück eine Bohrung oder einen Kollektor zulässt. Wer diese Voraussetzungen nicht hat oder die Anfangskosten begrenzen möchte, fährt mit der Luft-Wasser-Wärmepumpe oft besser, dem häufigsten Typ im Wohnhaus.
Ob sich Erdwärme bei Ihnen rechnet, zeigt am sichersten ein Vor-Ort-Termin mit Heizlastberechnung und einer Prüfung des Grundstücks. Eine erste grobe Einschätzung ohne Kontaktdaten gibt der Wärmepumpen-Kostenrechner. Den Überblick über alle Typen, Kosten und Förderung bündelt die Seite Wärmepumpe im Überblick. Wenn Sie konkrete Angebote möchten, können Sie kostenlos und unverbindlich anfragen.