Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht direkt in Strom um. Sie braucht keine bewegten Teile und keinen Brennstoff, sondern nur Tageslicht. So erzeugen Sie einen Teil Ihres Stroms selbst und machen sich ein Stück unabhängiger vom Strompreis. Einen Überblick über das ganze Thema gibt die Seite Photovoltaik.
Vom Sonnenlicht zum Strom
In den Solarmodulen auf dem Dach lösen die Lichtteilchen in den Solarzellen elektrische Ladung aus. So entsteht Gleichstrom. Damit Sie diesen Strom im Haus nutzen können, wandelt ihn der Wechselrichter in den haushaltsüblichen Wechselstrom um. Über den Zähler fließt der Strom dann zu Ihren Geräten, und was Sie gerade nicht brauchen, geht ins öffentliche Netz.
Die Leistung einer Anlage wird in Kilowatt Peak (kWp) angegeben. Das ist die Spitzenleistung unter Idealbedingungen. Ein typisches Einfamilienhaus hat eine Anlage von etwa 8 bis 10 kWp.
Die Komponenten einer Anlage
Eine Photovoltaikanlage besteht aus wenigen Bauteilen, die zusammenarbeiten. Wer die Aufgaben kennt, versteht später ein Angebot des Fachbetriebs deutlich leichter.
- Solarmodule: Sie sitzen auf dem Dach und erzeugen aus dem Sonnenlicht Gleichstrom. Sie sind das Herzstück der Anlage. Welche Arten es gibt und woran Sie Qualität erkennen, steht auf der Seite Solarmodule.
- Wechselrichter: Er wandelt den Gleichstrom der Module in haushaltsüblichen Wechselstrom um und steuert den Betrieb der Anlage. Mehr dazu auf der Seite Wechselrichter.
- Zähler: Ein moderner Zähler misst getrennt, wie viel Strom Sie ins Netz einspeisen und wie viel Sie aus dem Netz beziehen. Bei der Anmeldung der Anlage tauscht der Netzbetreiber den alten Zähler aus, falls nötig.
- Stromspeicher (optional): Eine Batterie, die überschüssigen Sonnenstrom vom Tag für den Abend und die Nacht zwischenspeichert. Ein Speicher ist kein Muss, erhöht aber den Anteil, den Sie selbst nutzen. Ob er sich lohnt, lesen Sie auf der Seite Stromspeicher.
Eigenverbrauch und Einspeisung
Der Strom vom Dach lässt sich auf zwei Arten nutzen. Den Eigenverbrauch nutzen Sie direkt im Haus, das spart teuren Netzstrom. Den Überschuss speisen Sie ins Netz ein und erhalten dafür die Einspeisevergütung.
Der Unterschied ist beim Geld groß. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart rund 37 Cent Netzstrom (BDEW 2026). Für eingespeisten Strom gibt es dagegen nur die Einspeisevergütung von 7,78 Cent je Kilowattstunde (Bundesnetzagentur, Anlagen bis 10 kWp, Stand Februar bis Juli 2026). Selbst genutzter Sonnenstrom ist also deutlich mehr wert als eingespeister. Genau deshalb lohnt es sich, möglichst viel vom eigenen Strom selbst zu verbrauchen.
Ohne Speicher nutzen die meisten Haushalte rund 30 Prozent ihres Sonnenstroms selbst, weil tagsüber, wenn die Sonne scheint, oft niemand zu Hause ist. Mit einem Stromspeicher steigt der Eigenverbrauch auf etwa 65 Prozent, weil der Tagstrom für den Abend gespeichert wird. Mehr dazu auf der Seite Stromspeicher.
Wie viel Strom kommt zusammen?
Als verlässlicher Faustwert gelten rund 1.000 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr (Finanztip). Eine 10-kWp-Anlage liefert also etwa 10.000 Kilowattstunden pro Jahr. Wie viel davon sich finanziell lohnt, hängt vom Eigenverbrauch ab und davon, was die Anlage kostet. Eine erste Einschätzung gibt der Wirtschaftlichkeitsrechner.
Ausrichtung, Neigung und Verschattung
Wie viel Strom am Ende zusammenkommt, hängt stark vom Dach ab. Eine Südausrichtung liefert über das Jahr die höchsten Erträge. Trotzdem sind Ost- und Westdächer keineswegs ungeeignet: Laut Verbraucherzentrale liegt der Nachteil einer Ost-West-Anlage übers Jahr bei nur gut einem Prozent. Dafür verteilt sich die Erzeugung gleichmäßiger über den Tag, von morgens bis abends, was dem Eigenverbrauch oft sogar zugutekommt.
Auch die Dachneigung spielt eine Rolle. Neigungen unter 25 oder über 60 Grad können den Ertrag um bis zu zehn Prozent verringern (Verbraucherzentrale). Der größte Verlustpunkt ist aber die Verschattung: Schon ein einzelnes verschattetes Modul kann bei manchen Anlagen einen ganzen Strang ausbremsen. Bäume, Schornsteine oder Nachbargebäude sollten deshalb bei der Planung mitbedacht werden. Welche Technik bei Teilverschattung hilft, steht auf der Seite Wechselrichter. Welche Werte für Ihr konkretes Dach gelten, prüft am Ende der Fachbetrieb vor Ort.
Wartung und Lebensdauer
Eine Photovoltaikanlage ist im Betrieb sehr genügsam, weil sie keine beweglichen Teile hat. Die Solarmodule halten in der Regel über 25 Jahre. Sie verlieren mit den Jahren nur langsam an Leistung, branchenüblich rechnet man mit etwa 0,5 Prozent pro Jahr (Degradation). Aufwendige Pflege braucht es kaum, in den meisten Regionen reinigt der Regen die Module ausreichend.
Das Bauteil mit der kürzesten Lebensdauer ist der Wechselrichter. Üblich sind rund 10 bis 15 Jahre, ein Austausch im Laufe der Anlagenlaufzeit ist also typisch und sollte von Anfang an eingeplant werden (Finanztip). Das ist kein Mangel, sondern normaler Betrieb. Wie sich solche Posten in der Gesamtrechnung niederschlagen und wann sich die Anlage rechnet, zeigt die Seite Photovoltaik-Kosten.
Was die Anlage kostet
Schlüsselfertig liegt eine Aufdachanlage bei rund 1.400 Euro je Kilowatt, für kleine Anlagen wird seit 2023 keine Mehrwertsteuer fällig. Die Details und wann sich die Anlage rechnet, stehen auf der Seite Photovoltaik-Kosten. Sobald die Vermittlung in Ihrer Region startet, verbindet hausnah24 Sie über das Anfrageformular mit passenden Fachbetrieben.