Ratgeber
Lohnt sich Photovoltaik 2026? Der ehrliche Kostencheck
Eine Photovoltaikanlage ist eine Anschaffung über viele Tausend Euro, und die Werbung verspricht oft mehr, als am Ende übrig bleibt. Dieser Kostencheck rechnet nüchtern: was eine Anlage 2026 kostet, was sie Jahr für Jahr einbringt und ab wann sie sich für Sie rechnet.
Was eine Anlage 2026 kostet
Schlüsselfertig, also mit Modulen, Wechselrichter, Montage und Anschluss, kostet eine Aufdachanlage rund 1.400 Euro je Kilowatt Leistung, die Marktspanne reicht etwa von 1.200 bis 1.600 Euro (Finanztip). Eine typische 10-kWp-Anlage liegt damit grob bei 14.000 Euro ohne Speicher. Kommt ein Stromspeicher dazu, rechnen Sie mit rund 700 Euro je Kilowattstunde, eine 10-kWp-Anlage mit Speicher liegt dann insgesamt etwa zwischen 17.000 und 21.000 Euro (Finanztip).
Für kleine Anlagen auf Wohngebäuden fällt seit 2023 keine Mehrwertsteuer an, und das gilt unbefristet (Bundesfinanzministerium). Die genannten Preise sind also schon Endpreise. Eine ausführliche Aufschlüsselung steht auf der Seite Photovoltaik-Kosten.
Was die Anlage einbringt
Der Nutzen einer Anlage entsteht aus zwei Quellen. Den größeren Teil liefert der Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, spart rund 37 Cent Netzstrom (BDEW 2026). Der kleinere Teil ist die Einspeisung des Überschusses, dafür gibt es 7,78 Cent je Kilowattstunde für Anlagen bis 10 kWp mit Inbetriebnahme zwischen Februar und Juli 2026 (Bundesnetzagentur).
Den Unterschied muss man sich klarmachen: Selbst genutzter Strom ist rund fünfmal so viel wert wie eingespeister. Wie viel Strom überhaupt zusammenkommt, lässt sich gut abschätzen. Als Faustwert liefert eine Anlage in Deutschland rund 1.000 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung und Jahr (Finanztip), eine 10-kWp-Anlage also etwa 10.000 Kilowattstunden.
Ab wann sie sich rechnet
Mit einem ordentlichen Eigenverbrauch amortisiert sich eine Anlage meist in etwa 10 bis 15 Jahren, während die Module über 25 Jahre halten (Finanztip). Danach läuft die Anlage weiter und liefert günstigen Strom. Der wichtigste Hebel ist der Eigenverbrauch: Wer tagsüber viel Strom nutzt oder ihn mit einem Speicher in den Abend verschiebt, holt deutlich mehr heraus.
Was bei Ihnen herauskommt, hängt von Anlagengröße, Verbrauch und Dach ab. Eine erste Einschätzung ohne Kontaktdaten gibt der Photovoltaik-Rechner.
Für wen es sich weniger lohnt
Ehrlich bleibt: Nicht jedes Dach ist geeignet. Ein stark verschattetes Dach, eine reine Nordausrichtung oder ein sehr niedriger Stromverbrauch drücken den Nutzen. In solchen Fällen lohnt sich ein genauer Blick, bevor Sie investieren. Auch hier hilft eine nüchterne Rechnung mehr als ein Verkaufsversprechen. Einen Überblick über das ganze Thema gibt die Photovoltaik-Übersicht.
Häufige Fragen
Lohnt sich Photovoltaik 2026 trotz niedriger Einspeisevergütung?
In den meisten Fällen ja. Zwar ist die Einspeisevergütung mit 7,78 Cent niedrig (Bundesnetzagentur), doch der eigentliche Gewinn liegt im Eigenverbrauch, der rund 37 Cent Netzstrom je Kilowattstunde spart (BDEW 2026). Zusammen mit dem Wegfall der Mehrwertsteuer und gesunkenen Preisen rechnet sich eine Anlage mit gutem Eigenverbrauch meist in 10 bis 15 Jahren.
Was kostet eine Photovoltaikanlage mit Speicher?
Eine 10-kWp-Anlage mit einem 10-kWh-Speicher liegt insgesamt etwa zwischen 17.000 und 21.000 Euro, weil der Speicher mit rund 700 Euro je Kilowattstunde zu Buche schlägt (Finanztip). Ob sich der Speicher lohnt, hängt davon ab, wie viel Strom Sie abends und nachts verbrauchen.
Dieser Beitrag gibt den Stand vom 22. Juni 2026 wieder und ersetzt keine individuelle Energie-, Steuer- oder Rechtsberatung. Rechnen Sie Ihren Fall im Photovoltaik-Rechner durch. Wenn Sie eine Anlage planen, können Sie über unser Formular kostenlos und unverbindlich Angebote anfragen.